Tiergarten Schönbrunn: der älteste Zoo der Welt
„Es wird teuer, aber es macht mir Freude“ – so soll ein Kaiser über seine Menagerie geschrieben haben, die er 1752 im Schlosspark anlegen ließ. Ein Ausflug mit Kindern zu Pandas, Giraffen und ein bisschen Geschichte.
Eine kaiserliche Menagerie
Kaiser Franz I. Stephan, Gemahl Maria Theresias, ließ 1752 im Park von Schloss Schönbrunn eine Menagerie anlegen – der Tiergarten Schönbrunn gilt heute als ältester noch bestehender Zoo der Welt. Geplant wurde sie mit dem Architekten Jean Nicolas Jadot: In der Mitte steht ein achteckiger Kaiserpavillon, von dem strahlenförmig die Gehege ausgehen. Die Grundform ist bis heute erhalten. Im Pavillon frühstückte die kaiserliche Familie – heute ist er ein Café.
Die ersten Bewohner waren vor allem Vögel, die sich leichter transportieren ließen. Raubtiere wollte der Kaiser angeblich nicht: Sie röchen unangenehm.
Die Giraffe, die Wien verrückt machte
1828 kam als Geschenk des Vizekönigs von Ägypten die erste Giraffe nach Schönbrunn – nach einer monatelangen Reise, die zu einem großen Teil zu Fuß zurückgelegt wurde. Wien geriet in einen regelrechten Giraffenrausch: Kleider, Frisuren, Schmuck und Gebäck „à la Giraffe“ kamen in Mode. Das Giraffenhaus aus dieser Zeit wird bis heute genutzt, modernisiert für seine Bewohner.
Tipps für den Besuch mit Kindern
- Den Rundgang am Kaiserpavillon beginnen: Hier sieht man den barocken Grundriss am besten.
- Für einen großen Teil des Geländes einen halben Tag oder mehr einplanen; es gibt viele Steigungen am Hang zum Tirolergarten.
- Fütterungszeiten, Öffnungszeiten und Tickets ändern sich je nach Saison – bitte vorab auf der Website des Tiergartens prüfen.
- Gut kombinieren lässt sich der Besuch mit einem Spaziergang durch den Schlosspark.
Dieser Beitrag beruht auf dem Artikel „Зоопарк счастливых зверей“ („Der Zoo der glücklichen Tiere“) von Jekaterina Kosertschuk-Pisnjatschewskaja im Magazin Code 43, Sommer 2014, und wurde für code43.at neu bearbeitet.