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Architektur

Der Feuerfuchs: Ernst Fuchs und die Otto-Wagner-Villa

Am Rand des Wienerwalds baute Otto Wagner sich eine Villa. Ein Jahrhundert später rettete sie ein Maler vor dem Abriss – und machte sie zu seinem Gesamtkunstwerk.

Illustration einer hellen historischen Villa mit Säulen und einer Gartentreppe im Grünen.

Wagners eigene Villa

In Hütteldorf, damals ein Vorort am Wienerwald, baute Otto Wagner in den 1880er-Jahren eine Villa für sich und seine Familie – auf einem Hang, mit Säulenportikus, Freitreppe und Glasfenstern von Adolf Böhm. Gedacht als Sommerhaus, wurde sie bald zum Wohnsitz und zu einem Treffpunkt der Wiener Kulturwelt. Später baute Wagner nebenan ein zweites, kleineres Haus und verkaufte die erste Villa.

Nach 1945 verfiel das Gebäude. Es wurde sogar über einen Abriss nachgedacht.

Der Maler

Ernst Fuchs (1930–2015) wuchs in Wien auf. Als Kind eines jüdischen Vaters war er in der NS-Zeit verfolgt; sein Vater emigrierte nach Shanghai. Nach dem Krieg studierte Fuchs an der Akademie der bildenden Künste und wurde zu einem Mitbegründer der Wiener Schule des Phantastischen Realismus, gemeinsam mit Malern wie Arik Brauer und Rudolf Hausner. Er lebte lange in Paris und arbeitete als Maler, Grafiker, Bildhauer, Bühnenbildner, Architekt und Komponist. Religiöse und mythologische Motive ziehen sich durch sein Werk; seit den späten 1970er-Jahren signierte er manche Bilder als „Feuerfuchs“.

Rettung und Museum

1972 kaufte Fuchs die verfallene Villa, restaurierte sie und gestaltete viele Räume neu – mit Seidentapeten, bemalten Möbeln und im Garten dem Brunnen „Nymphäum Omega“. Lange diente sie ihm als Atelier. Seit 1988 ist hier das Ernst Fuchs Museum untergebracht.

Weitere Werke von Fuchs finden sich etwa in der Stadtpfarrkirche St. Egid in Klagenfurt (Apokalypse-Zyklus) und im Kunsthotel Fuchspalast in St. Veit an der Glan. Ernst Fuchs starb 2015 und ist am Hütteldorfer Friedhof begraben.

Öffnungszeiten und Führungen bitte vorab auf der Website des Museums prüfen.

Dieser Beitrag beruht auf dem Artikel „Огненный лис“ („Der Feuerfuchs“) von Natalja Nowik im Magazin Code 43, Frühling/Sommer 2015, und wurde für code43.at neu bearbeitet.

Quellen & Hinweise

  1. Ernst Fuchs Museum – official website
  2. Wikipedia: Ernst Fuchs (Maler)

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