Das Naturhistorische Museum Wien: Dinosaurier, Meteoriten und die Venus von Willendorf
Am Ring stehen sich zwei gleiche Paläste gegenüber. Im einen die Kunst, im anderen die Natur – und hier liegt die größere Überraschung.
Zwillinge am Maria-Theresien-Platz
Das Naturhistorische Museum und das Kunsthistorische Museum gehören zum geplanten Kaiserforum an der Ringstraße. Entworfen haben die spiegelgleichen Bauten Gottfried Semper und Carl von Hasenauer; gebaut wurde ab 1871. Das Naturhistorische Museum öffnete am 10. August 1889 – zwei Jahre vor seinem Zwilling. Unterscheiden lassen sich die beiden am Bildschmuck: Auf der Kuppel des Naturhistorischen Museums steht der Sonnengott Helios, gegenüber die Göttin Athene.
Ein Museum des Museums
Mit rund 30 Millionen Sammlungsobjekten zählt das Haus zu den großen naturkundlichen Museen der Welt. Ausgestellt ist nur ein kleiner Teil; der Großteil dient der Forschung, die im Museum selbst betrieben wird. In vielen Sälen stehen noch die Vitrinen und Einrichtungen aus der Eröffnungszeit – das Haus ist damit auch ein Museum seiner selbst.
Was man nicht verpassen sollte
- Die Venus von Willendorf, eine rund 30.000 Jahre alte Kalksteinfigur, gefunden 1908 in der Wachau.
- Der Dinosauriersaal mit Skeletten und einem lebensgroßen, beweglichen Modell.
- Die Meteoritensammlung, deren Anfänge ins 18. Jahrhundert zurückreichen – eine der ältesten und größten ihrer Art.
- Die Mineraliensammlung mit Edelsteinen aus kaiserlichem Besitz.
- Das digitale Planetarium mit Kuppelprojektion.
Seit 2012 gehört auch die Pathologisch-anatomische Sammlung im Narrenturm am Alsergrund zum Naturhistorischen Museum.
Öffnungszeiten, Eintritt und aktuelle Sonderausstellungen bitte vorab auf der Website des Museums prüfen.
Dieser Beitrag beruht auf dem Artikel „О динозаврах, метеоритах и редких землях“ („Von Dinosauriern, Meteoriten und Seltenen Erden“) im Magazin Code 43, Winter 2014/2015, und wurde für code43.at neu bearbeitet.